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Asbest im Gebäude: Wie ist bei Sanierungsarbeiten vorzugehen?

Asbest im Gebäude: Wie ist bei Sanierungsarbeiten vorzugehen?

Freigesetzter Asbeststaub kann über die Luft eingeatmet werden und bereits in geringen Konzentrationen gesundheitsschädigend auf den menschlichen Organismus einwirken.Bei Liegenschaften, welche vor dem Jahr 1991 erbaut wurden, besteht grundsätzlich der Verdacht auf Verwendung von asbesthaltigen Materialien. Bis zu diesem Zeitpunkt durften solche Baustoffe eingesetzt werden. In der Schweiz ist dies seit dem 01. Januar 1991 verboten.

Bei Abbruch-, Umbau- oder Sanierungsarbeiten ist ein allfälliges Vorkommen von asbesthaltigen Materialien deshalb möglichst früh abzuklären. Ein Bauleiter, der die notwendigen Spezialisten hinzuzieht und den gesamten Vorbereitungs- und Arbeitsablauf koordiniert, wird viele Probleme und Ärgernisse verhindern können. 

Der Schutz der Bevölkerung vor gesundheitsschädigenden Asbestbelastungen wird in der Schweiz durch zahlreiche Gesetze und Vorschriften geregelt. Diese müssen bei Abbruch-, Umbau- und Sanierungsarbeiten zwingend eingehalten werden. Die meisten Unternehmer werden deshalb noch vor Arbeitsbeginn eine Untersuchung des Objektes verlangen, um eine Gesundheitsgefährdung ihrer Handwerker ausschliessen oder frühzeitig beseitigen zu können. Zu diesem Zweck besichtigt, beprobt und definiert ein Spezialist potentiell asbesthaltige Materialien (und andere Schadstoffe). Er schätzt die Risiken ein und erstellt bei Bedarf ein Schadstoffgutachten. Rückbau und die Entsorgung der belasteten Bauteile sind entsprechend der Beurteilung des Spezialisten zu planen und müssen mit einer eigens dafür zertifizierten Fachfirma durchgeführt werden. 

Eine Asbestsanierung kann beträchtliche Kosten zur Folge haben. Je früher über die Belastung, das Vorgehen und die Kosten Klarheit besteht, desto genauer können die Gesamtkosten berechnet werden. Dies wiederum führt zu einer gesteigerten Kostensicherheit für die Bauherrschaft. Aus Erfahrung wird es immer dann besonders aufwendig, wenn erst mitten in den Umbauarbeiten eine Asbestbelastung bemerkt wird. Die Entscheidung über das weitere Vorgehen muss dann jeweils sehr schnell getroffen werden: Zeit für mehrere Offerten und einen ausführlichen Kostenvergleich bleibt kaum.

Vorbildliche Praxis ist es deshalb, den fachgerechten Rückbau der asbesthaltigen Materialien in Ausschreibungen und somit in den Unternehmerofferten zu berücksichtigen. Unerwartete Mehrkosten lassen sich dadurch in aller Regel verhindern. Mögliche Aufwendungen für eine Astbestsanierung sollten aber auf jeden Fall auch bereits in eine Kostenschätzung oder einen Kostenvoranschlag mit einfliessen. 

Werden Asbestbelastungen zu spät bemerkt, hat dies meistens auch einen negativen Einfluss auf die Ausführungstermine. Abbruch-, Umbau- oder Sanierungsarbeiten können nicht plangemäss fortgeführt werden, da die Asbestsanierung je nach Umfang einen Unterbruch unumgänglich macht. Selbst ein offizieller Baustopp durch die Baubehörden ist nicht ausgeschlossen. Derartige Verzögerungen sind für alle Beteiligten – hauptsächlich aber für die Bauherrschaft – sehr ärgerlich und ziehen in den meisten Fällen Mehrkosten nach sich.

Es lohnt sich also, diesem Thema Beachtung zu schenken. Werden bereits in der Projektierungsphase die richtigen Fachleute mit den notwendigen Schritten beauftragt, lassen sich Geld, Zeit und viel Nerven sparen.